Schreien Babys jede Nacht?

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Wenn das Baby nachts schreit, will es sich nicht vor dem Schlafen drücken oder die Eltern provozieren. Es hat ein Bedürfnis, das es nur über das Schreien ausdrücken kann. Das wissen auch die Eltern, doch schreien Babys eigentlich jede Nacht?

Das Baby schreien lassen?

Ehe nachfolgend die Gründe für das Schreien erläutert werden sollen, muss es erst einmal um diese wichtige Frage gehen: Soll ich mein Baby schreien lassen oder nicht? Spätestens dann, wenn das Kleine in den Nachtstunden regelmäßig ein Schreikonzert abliefert, liegen die Nerven von Mama und Papa blank. Sie versuchen, das Kleine durch Tragen und Nuckeln, durch Stillen oder das Fläschchen, durch Singen und teils auch durch abenteuerliche Dinge wie Autofahren oder den Fön anstellen zu beruhigen.

Hilft alles nichts, ist die Verzweiflung groß. Doch es hilft nichts, das Kind einfach brüllen zu lassen! Diese Ansicht ist längst überholt und von Kinderpsychologen widerlegt. Das Baby bekommt dadurch lediglich das Gefühl, dass ihm niemand hilft, dass es sich auf Mama und Papa nicht verlassen kann. Es wird sich einsam und unsicher fühlen.

Wenn es irgendwann nicht mehr weint, dann nur deshalb, weil es gelernt hat, dass ihm ohnehin niemand hilft. Das ist aber ein Fakt, den wohl kaum eine liebende Mama wünscht. Auch wenn sich das Schreien nicht wirklich unterbinden oder verhindern lässt, so soll das Baby doch wenigstens das Gefühl von Sicherheit und Geborgenheit, von Liebe und Wärme erfahren dürfen.

Wenn das Baby nachts schreit, will es sich nicht vor dem Schlafen drücken oder die Eltern provozieren.

Wenn das Baby nachts schreit, will es sich nicht vor dem Schlafen drücken oder die Eltern provozieren. (#01)

Darum schreit das Baby

“Mein Baby hat wieder den ganzen Abend lang geschrien!“ Solche Aussagen kennen junge Mütter zur Genüge aus Foren oder aus dem Bekanntenkreis. Dabei ist das natürlich ein wenig übertrieben, denn das Kleine hat mit Sicherheit nicht den ganzen Abend geschrien, zumindest, wenn es gesund ist. Allerdings kommt den meisten das Weinen deutlich länger und intensiver vor, wenn die Nerven schon bis auf das Äußerste gespannt sind und weder Füttern noch Wickeln, Tragen oder Kuscheln helfen. Nun stellt sich allerdings die Frage, warum selbst gesunde Kinder nachts untröstlich sind. Was sind die Auslöser und was verstärkt das Problem vielleicht sogar noch?

Wichtig ist zuerst einmal die Definition eines Schreikindes, denn nach dieser geht auch ein Kinderarzt mit seinen weiteren Untersuchungen vor. Schreit das Kleine mindestens dreißig Minuten am Stück, drei Stunden am Tag und drei Tage in der Woche? Weniger Schreiattacken werden noch als normal verbucht und fallen nicht in die Kategorie „Schreikind“. Für Schreikinder scheint keiner der nachfolgend genannten Gründe zuzutreffen, hier können aber Regulationsstörungen beim Baby vorliegen. Diese sind mit dem Kinderarzt, der Schreiambulanz und gegebenenfalls weiteren Fachärzten und Anlaufstellen abzuklären.

Für ein Baby gibt es viele Gründe, warum der Bauch wehtun könnte. Es hat vielleicht Hunger oder Blähungen, vielleicht wächst es auch.

Für ein Baby gibt es viele Gründe, warum der Bauch wehtun könnte. Es hat vielleicht Hunger oder Blähungen, vielleicht wächst es auch. (#02)

Gründe für das nächtliche Schreien können sein:

  • Der Bauch tut weh
    Für ein Baby gibt es viele Gründe, warum der Bauch wehtun könnte. Es hat vielleicht Hunger oder Blähungen, vielleicht wächst es auch. Hebammen meinen allerdings, dass Eltern in rund 95 Prozent der Fälle auf die Ernährung als Ursache für Bauchschmerzen tippten und falsch lägen. Manche junge Mutter merkt, dass sie kein blähendes Gemüse essen darf, denn ansonsten bekommt der Nachwuchs Bauchweh.Andere wiederum müssen sich in puncto Ernährung gar nicht umstellen und können essen, was sie wollen. Ob die Blähungen eines Babys nun wirklich von dem kommen, was Mama isst, ist nicht endgültig geklärt. Der Bauch kann aber auch vom Wachsen schmerzen, wobei sich Mediziner auch hier nicht einig sind, warum das so ist. Doch selbst größere Kinder klagen noch oft über Bauchweh, wenn sie einen Wachstumsschub machen. Ein Baby kann nur schreien! Säuglinge weinen natürlich auch, wenn sie Hunger haben, was ebenfalls ein Gefühl von Bauchschmerz hervorruft. Das ist die beste Möglichkeit, Mama darauf aufmerksam zu machen, dass etwas nicht stimmt! Einige Kinder gehen dabei aber ein wenig rigoroser vor und sorgen dafür, dass sie auch wirklich nicht überhört werden. Sehr zum Leidwesen der Mama, die erst herausfinden muss, welches Schreien was bedeutet.
Gerade abends, wenn die Erlebnisse des Tages in den Träumen verarbeitet werden, brauchen sensible Kinder die Nähe ihrer Mama.

Gerade abends, wenn die Erlebnisse des Tages in den Träumen verarbeitet werden, brauchen sensible Kinder die Nähe ihrer Mama. (#03)

  • Das Kleine braucht Nähe
    Gerade abends, wenn die Erlebnisse des Tages in den Träumen verarbeitet werden, brauchen sensible Kinder die Nähe ihrer Mama. Sie wollen sich geborgen wissen, verstanden und geliebt. Manche Kinder sind so empfindlich, dass sie schon der Gang durch den Supermarkt stresst, wenn das nicht zum täglichen Ablauf gehört. Sie schlafen dann ein, was bei manchem Unkundigen die Aussage hervorruft, dass das Kleine doch so ruhig sei, dass es die Aufregung einfach verschlafe. Doch der Schlaf ist eher eine Flucht und die Kinder bekommen die Eindrücke aus der Umgebung dennoch in vollem Umfang mit. Das wiederum bedeutet aber, dass sie das Erlebte verarbeiten müssen und abends bzw. nachts durch ihr Weinen kundtun, dass das alles zu viel war.
Das Nuckeln ist ein Grundbedürfnis und dient nicht nur der Nahrungsaufnahme. Es beruhigt ein Kind ungemein, an der Brust der Mama zu liegen, ihren Duft einzusaugen und dabei ein bisschen Milch zu trinken.

Das Nuckeln ist ein Grundbedürfnis und dient nicht nur der Nahrungsaufnahme. Es beruhigt ein Kind ungemein, an der Brust der Mama zu liegen, ihren Duft einzusaugen und dabei ein bisschen Milch zu trinken. (#04)

  • Das Baby möchte nuckeln
    Das Nuckeln ist ein Grundbedürfnis und dient nicht nur der Nahrungsaufnahme. Es beruhigt ein Kind ungemein, an der Brust der Mama zu liegen, ihren Duft einzusaugen und dabei ein bisschen Milch zu trinken. Wenn Säuglinge wachsen, trinken sie teilweise jede halbe Stunde, was oft die Frage aufwirft, ob das Kind denn überhaupt satt werden könne? Natürlich wird es satt, Mutter Natur sorgt hier mit einer vermehrten Milchproduktion dafür. Mütter sollten ihr Kind daher so oft wie nötig anlegen, auch wenn das letzte Stillen erst eine halbe Stunde her ist. Nach einem bis zwei Tagen hat sich die Milchproduktion darauf eingestellt und das Kleine bekommt wieder einen vollen Bauch.
    Hier jetzt mit dem Füttern von Milchnahrung zu beginnen, wäre verkehrt! Wenn das Kleine wächst oder sich nicht wohlfühlt, hilft Nuckeln als eine Art Seelentrost. Dabei wird Serotonin ausgeschüttet, ein Glückshormon. Das beruhigt und hilft, die „Schrecken der großen, weiten Welt“ zu vergessen. Wenn Mama oder Papa es mit dem Nuckel probieren wollen, ist das natürlich möglich, wobei Hebammen häufig empfehlen, den Nuckel erst ab einem Alter von ca. sechs Wochen einzusetzen.Ein Säugling kann ansonsten eine sogenannte Saugirritation bekommen und trinkt an der Brust nicht mehr richtig. Ähnliches kann passieren, wenn zusätzlich zur Brust das Fläschchen gegeben wird. Dort muss sich das Kleine weniger anstrengen, um an Milch zu gelangen, daher trinkt es an der Brust schon bald viel weniger. Die Folge ist, dass die Milchproduktion zurückgeht und das Baby nicht mehr satt wird.
Wenn das Schreien überhand nimmt, kann es sinnvoll sein, sich Hilfe zu holen. Das ist immer dann der Fall, wenn Mama und Papa völlig überfordert sind, wenn sie nicht mehr wissen, wie sie dem Schreien begegnen sollen und mutlos in den nächsten Tag starten.

Wenn das Schreien überhand nimmt, kann es sinnvoll sein, sich Hilfe zu holen. Das ist immer dann der Fall, wenn Mama und Papa völlig überfordert sind, wenn sie nicht mehr wissen, wie sie dem Schreien begegnen sollen und mutlos in den nächsten Tag starten. (#05)

Dann sollten sich Baby-Eltern Hilfe holen

Wenn das Schreien überhand nimmt, kann es sinnvoll sein, sich Hilfe zu holen. Das ist immer dann der Fall, wenn Mama und Papa völlig überfordert sind, wenn sie nicht mehr wissen, wie sie dem Schreien begegnen sollen und mutlos in den nächsten Tag starten. Zuerst wird der Kinderarzt die erste Anlaufstelle sein, wobei hier im Rahmen der Vorsorgeuntersuchungen bereits erste Hinweise auf das Schreien gegeben werden können. Auch eine Schreiambulanz berät betroffene Mütter und Väter, die nicht mehr ein noch aus wissen. Häufig ist es das erste Kind, das in jeder Nacht schreit oder eine feste Zeit für seine Schreiphasen hat.

Meist hilft es schon, das Kleine einfach viel am Körper zu tragen, sodass es sich wohler und sicherer fühlt. Das Kind wird ins Tragetuch gelegt und ist einfach überall dabei. Niemand muss sich dabei Sorgen um die gesunde Ausbildung der Wirbelsäule des Kindes machen, diese ist durch das physiologisch korrekte Tragen im Tuch nicht beeinträchtigt. Hier liegt das Baby mit dem Kopf zu Mama oder Papa in der Anhock-Spreiz-Stellung, die Wirbelsäule ist rund. Wichtig: Ein Baby sollte noch nicht mit dem Gesicht nach vorn getragen werden, das überfordert zum einen die Wirbelsäule, zum anderen sind die Eindrücke aus der Umwelt meist noch zu viel für das Kind.

Zahlreiche Tipps werden gegeben, mit deren Hilfe sich ein Schreikind entspannen soll. Besonders hilfreich ist meist ein warmes, entspannendes Bad. Das kann auch die Mama oder der Papa mit dem Zwerg gemeinsam genießen, wobei das Kleine sowohl vom warmen Wasser als auch von der intensiven Nähe profitiert. Gegen Bauchschmerzen hilft eine sanfte Massage mit einem Bäuchlein-Öl, wobei auch jedes andere Babyöl dafür geeignet ist. Allerdings mögen nicht alle Babys diese Art der Liebkosung, hier sollten sich Mama und Papa die wichtigsten Handgriffe von der Hebamme zeigen lassen und dann schauen, ob das Kleine das mag.

Ganz wichtig ist, dass niemand von sich selbst das Unmögliche erwarten oder verlangen sollte. Es ist nicht möglich, immer ruhig und gelassen zu bleiben. Wer aber merkt, dass er wütend oder ungeduldig wird, sollte sich Hilfe holen oder sich das Kind auch einmal abnehmen lassen. Denn das Kleine kann nichts dafür, es hat schlichtweg keine andere Chance, sich auszudrücken! Es ist immer darauf angewiesen, dass alles zu seinem Besten getan wird, daher hat das Schreien durchaus einen Sinn.


Bildnachweis: ©Shutterstock-Titelbild: Olga Alper -#01:_Ilkin Zeferli  -#02: Natalia Lebedinskaia_-#03: Tomsickova Tatyana-#04: FamVeld -#05: Elnur

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